Ein Besuch bei Menschen und Bussen
Acht Uhr an einem Montagmorgen: Es ist gerade hell geworden, es nieselt ein bisschen und alle paar Minuten fährt ein Bus an uns vorbei. Wir stehen an der Einfahrt zu unserem Betriebshof in Gelsenkirchen Ückendorf und für uns beginnt hier ein Tag, der für die meisten Kolleg*innen vor Ort bereits vor einigen Stunden angefangen hat.
Ein freundliches „Guten Morgen“
Einer, bei dem das auf jeden Fall zutrifft, ist Karl. Karl arbeitet heute in der Ausfahrt und hat seinen Dienst dafür um 3 Uhr begonnen. Aber das Frühaufstehen ist er gewohnt, denn eigentlich ist Karl Busfahrer. In der Ausfahrt hilft er nur aus, wenn die Kolleg*innen im Urlaub oder krank sind: „Das kommt gar nicht so oft vor. Ungefähr einmal im Monat sitze ich dann hier und übernehme für eine Schicht die Ausfahrt.“ Und dann ist er der Mensch, an dem keine*r unbemerkt vorbeikommt: Denn von seinem Arbeitsplatz aus hat er direkte Sicht auf jede Ein- oder Ausfahrt.
In der Ausfahrt muss ich manchmal schnell reagieren, muss überlegen, wie ich mit der Situation jetzt umgehe. Da ist Köpfchen gefragt. Das mag ich daran, in der Ausfahrt auszuhelfen. Es ist einfach eine schöne Abwechslung zum Busfahren.
Ein Benefit für unsere Fahrgäste
Und schon klingelt bei Karl das Telefon – sein Köpfchen ist mal wieder gefragt. Immerhin ist sein Arbeitstag nicht mehr so lang wie unserer, denken wir uns und machen uns mit einem kleinen Wink zum Abschied auf den Weg in Richtung Werkstatt.
In unserer Buswerkstatt in Ückendorf ist an einem Montagmorgen einiges los: Es wird geschraubt, poliert und nachgefüllt – manchmal im ganz Kleinen und manchmal eben direkt am großen Fahrzeug. In einem dort abgestellten Bus entdecken wir Alexander. Er baut gerade ein Gerät zum bargeldlosen Ticketkauf ein – ziemlich cooler Benefit für unsere Fahrgäste. Und man sieht eindeutig: Das macht Alexander nicht zum ersten Mal. Stimmt, denn schon seit einigen Monaten arbeiten er und sein Team daran, auch alle anderen unserer Gelsenkirchener Busse sowie Fahrzeuge von beauftragen Busunternehmern mit der digitalen Zahlmöglichkeit auszustatten. Aber das ist nicht seine einzige Aufgabe hier.
Ich mag, dass ich dabei jeden Tag handwerklich arbeiten kann. Das macht mir Spaß und egal, was ich im Rahmen meines Jobs hier erledige, am Ende eines Tages kann ich sehen, was ich geschafft habe. Das ist ein gutes Gefühl.
Praktisch lernen von Anfang an
Wir nutzen diesen Moment, uns von Alexander noch einmal genau zeigen zu lassen, wo die neuen Geräte hinkommen und – natürlich – um ein Foto zu machen. Dann machen wir uns auf den Weg, denn Alexander hat heute noch viel zu tun. Wir auch, denn wir suchen noch weitere Gesichter auf unserem Betriebshof in Ückendorf.
In der Karosseriewerkstatt werden wir fündig: Wir treffen Muthanna, der gerade mit zwei Kollegen an einem Bus mit einem Lackschaden arbeitet. Damit das beschädigte Fahrzeugteil bearbeitet werden kann, muss Muthanna das Türgummi entfernen. Die beiden Kollegen geben Tipps und unterstützen, wenn nötig. Denn Muthanna ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr und freut sich, dass er bei seiner Arbeit noch Unterstützung bekommt. Das Ziel: Kfz-Mechatroniker, am besten weiterhin bei uns in Ückendorf und aktuell fühlt er sich auf einem sehr guten Weg dahin:
Als Auszubildender ist man hier wirklich gut aufgehoben. Man darf von Anfang an selbst mitarbeiten und lernt direkt am Fahrzeug und nicht ausschließlich vom Zugucken. Das finde ich richtig gut!
Wie die Mutter zum Kinde
Zugegeben, das würden wir wohl auch machen, wenn wir jemanden mit diesem Wissenshintergrund im Bekanntenkreis hätten. Nun repariert sich aber so ein beschädigter Bus nicht von allein und deswegen lassen wir Muthanna jetzt weiter lernen. Nach einem Streifzug quer über das Gelände enden wir unsere Tour im Fahrer*innenaufenthaltsraum. Hier macht Andreas gerade seine Pause.
Der Job ist eben jeden Tag anders. Das ist schon spannend. Man weiß nie, wen man trifft. Gleichzeitig hat man die Möglichkeit sehr selbstständig zu handeln. Es gibt keinen Chef, der jeden Schritt diktiert.
Vielfältige Aussichten
Und von seiner Pause wollen wir Andreas auch noch ein bisschen was lassen. Deswegen verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg zurück in die Hauptverwaltung in Bochum. Mitgenommen haben wir wieder eine ganze Menge Eindrücke und die Erkenntnis, dass unsere Kolleg*innen vom Busbetriebshof in Gelsenkirchen Ückendorf mindestens so vielfältig sind wie die an unserer Engelsburg in Bochum. Wir sind gespannt, auf welchem Spaziergang wir uns das nächste Mal wiederfinden.










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