Standorte, Standorte, Standorte

Voedestraße, Hauptstraße, Eickel und mehr

In diesem Jahr feiern wir 130 Jahre BOGESTRA und anlässlich unseres Jubiläumsjahres wollen wir euch in diesem Jahr ein paar mehr historische Einblicke als gewohnt liefern. Freut euch auf Schlaglichter aus 130 Jahren BOGESTRA, die wir zusammen mit unseren Gastautor*innen für euch aufbereiten. Zuletzt hatte uns Autor und VhAG-Mitglied Andreas vom ersten Einsatz von Frauen als Fahrerinnen und Schaffnerinnen im 1. Weltkrieg erzählt. Dieses Mal nimmt er uns kreuz und quer durch Zeit und Raum  und zeigt uns die Orte, wo Bahn und (später auch) Bus zu Hause waren und sind.

Ein Logo mit dem Schriftzug "Wir feiern 130 Jahre BOGESTRA" in Rot- und Blautönen.

Straßenbahnen und Busse benötigen nicht nur ein Fahrzeug, den Fahrer und die Strecke, auf der sie verkehren, sondern auch einen festen Standort, von dem aus sie ausrücken und wo sie gewartet werden, nicht zu vergessen auch Räume für die Verwaltung. Und in der Anfangszeit des Straßenbahnbetriebs wurde auch eine eigene Stromversorgung benötigt, da die öffentliche Stromversorgung noch nicht existierte. Schauen wir uns also im ersten Teil die Betriebshöfe in der Reihenfolge ihrer Eröffnung bis zur Zeit kurz nach der Jahrhundertwende an.

Betriebshof Voedestraße

Der erste Betriebshof in Bochum entstand 1894 an der Einmündung der Voedestraße und der Herner Straße (siehe auch Bild oben). Heute befindet sich an seiner Stelle die Wiese vor dem Bergbaumuseum. Die Anlag war kein Zweckbau. Der ehemalige Viehhof der Stadt Bochum wurde umgebaut. Es entstanden Wagenhallen, Werkstätten und ein eigenes Kraftwerk, damals auch gerne „Centrale“ genannt.

 Die Tageszeitung „Märkischer Sprecher“ berichtet darüber: „Demgemäß ist der westliche Theil der ehemaligen Markthalle in seinem vorderen Raum zu einem Wagenschuppen ausgebaut worden, welcher für 13 Wagen Platz bietet und außerdem noch die mit allen nöthigen Werkzeugen und Werkzeugmaschinen enthält. Zu Untersuchung der Wagenuntergestelle sind zwei der drei Gleise mit Gruben von etwa 1,5 Meter Tiefe versehen. Das in einem Bogen von 15 Metern Halbmesser in den Betriebshof hineinführende Einfahrtsgeleise mündet auf eine Schiebebühne vor dem Wagenschuppen, welche die Vertheilung der Wagen auf die einzelnen Gleise des Wagenschuppens besorgt. Der Nachbarraum neben dem Wagenschuppen ist durch eine Längswand in zwei gleich große Theile geteilt. Der in der Voedestraße gelegen Theil birgt die Maschinen, der andere Theil an der Hofseite die Kessel.“

Betriebshof Hauptstraße

 In Gelsenkirchen wurde 1895 an der Hauptstraße ein Betriebshof gebaut, der ebenso wie der Bochumer Betriebshof ein eigenes Kraftwerk bekam. 1926 erfolgten die Erweiterung und Modernisierung. Eine weitere Modernisierung startete zu Beginn der 2000er Jahre.

Betriebshof Witten

Die konkurrierende Märkische Straßenbahn errichtete 1899 in Witten den Betriebshof für ihre Straßenbahnlinien. Heute stehen die Anlagen noch, wenn auch in anderer Nutzung. Die ehemalige Wagenhalle an der Crengeldanzstraße beherbergt unter anderem eine Spielhalle, die ehemalige Verwaltung beherbergt heute eine Rechtsanwaltskanzlei. Der 1955 nebenan eröffnete Busbetriebshof wurde im Sommer 2025 geschlossen. Geblieben ist der Name der Straßenbahnhaltestelle, Betriebshof Witten.

Betriebshof Lütgendortmund

An der Strecke nach Castrop wurde 1901 ein zweiter Betriebshof der Märkischen Straßenbahn in Lütgendortmund gebaut. Das Gelände, heute gelegen an der Provinzialstraße zwischen dem Lütgendortmunder Hellweg und der A40, wurde zunächst als Baulager für den Streckenneubau nach Castrop genutzt und anschließend zum Betriebshof ausgebaut, der mit der Strecke 1901 in Betrieb ging. Nach der Erweiterung des Wittener Betriebshofs 1926 wurde er überflüssig. Die Gebäude wurden bis in die 1980er Jahre gewerblich genutzt. Heute befindet sich dort eine Tankstelle.

1901: Vier auf einen Schlag

1901 entstanden gleich mehrere Betriebshöfe. So einer in Altenbochum, Buer, und Rotthausen. Dass der in Buer und ein weiterer in Weitmar (zu diesem Standort mehr im zweiten Teil) gebaut wurde, war der Netzerweiterungen der damaligen Zeit geschuldet.

Betriebshof Buer

Der Betriebshof in Buer an der Breddestraße wurde bereits 1926 aufgegeben, da die Anlage an der Hauptstraße in Gelsenkirchen umgebaut und erweitert worden war. Heute befindet sich auf dem Gelände die Polizeipräsidium Buer.

Betriebshöfe Altenbochum und Rotthausen

Der Betriebshof in Altenbochum an der Wittener Straße wurde 1914 erweitert und 1938 zum Busbetriebshof umgebaut. Heute steht an seiner Stelle ein Supermarkt mit einem Wohnhauskomplex darüber. Ebenso wurde in Rotthausen auf dem Weg nach Steele ein Betriebshof geschaffen. Der Betriebshof wurde später samt der Linie nach Steele und Rellinghausen an die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft, heute Ruhrbahn, verkauft.

Betriebshof Eickel

1907 baute die Kommunale Straßenbahn im Landkreis Gelsenkirchen in Eickel einen Straßenbahnbetriebshof mit Verwaltungsgebäude für die Linie Baukau - Höntrop. 1950 wurde der Betriebshof zum Busbetriebshof umgebaut. Die Wagenhalle ist einer Seniorenresidenz gewichen, das Verwaltungsgebäude steht heute noch an der Ecke der Edmund-Weber-Straße und der Hordeler Straße direkt am Kreisverkehr.

Danke Andreas, dass Du uns dahin mitgenommen hast, wo die Fahrzeuge vom Beginn des Straßenbahnbetriebs abgestellt und gewartet wurden. Wir freuen uns, demnächst etwas über die weiteren Standorte zu erfahren.

Fotos: BOGESTRA Fotosammlung, Stadtarchiv Bochum, Stadtarchiv Gelsenkirchen, Stadtarchiv Herne, Andreas Halwer

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Foto Werkstatthalle BOGESTRA-Straßenbahnbetrieb Engelsburg

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Juni 26, 2026

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