Ein nächtlicher Check-up
Hunderte unserer Busse sind jeden Tag bis spät in den Abend für euch unterwegs. Nach ihrem Einsatz auf einer von mehr als 80 Buslinien in unserem Betriebsgebiet, geht es für sie zurück auf einen unserer beiden Bus-Betriebshöfe. Und dort beginnt für sie ihre ganz eigene Zu-Bett-geh-Routine begleitet von unseren Kolleg*innen der Fahrzeugbereitstellung.
Das sind die Kolleg*innen, die die einfahrenden Busse gründlich checken und für die nächste Fahrt vorbereiten. Gleichzeitig planen sie die Fahrzeuge ein und stellen sicher, dass unsere Kolleg*innen im Fahrdienst die richtigen Busse am richtigen Ort finden. Und das alles machen sie Mitten in der Nacht, wenn alle anderen schlafen.
Ein routinierter Ablauf
Einer von ihnen ist Vassilios. Er ist schon seit mehr als 30 Jahren mit unseren Bussen auf Du und Du. Schon seit seiner Ausbildung zum Automobilmechaniker arbeitet er in unserer Buswerkstatt in Bochum-Weitmar. Heute ist er für die Nachtschicht eingeteilt. Er nimmt also die Fahrzeuge in Empfang, die zum Ende des Betriebstags von der Strecke zurückkehren. Und das sind einige. Alleine zwischen 22 und 1 Uhr kommen rund 30 Busse rein.
Damit Vassilios und seine Kolleg*innen möglichst wenig Umstände haben, wenn sie sich um die eingefahrenen Busse kümmern, gibt es einen eigenen Werkstattbereich durch den die Wagen nach und nach durchgeschleust werden.
Bei den Dieselbussen wird hier auch der Betriebsstoff nachgefüllt – oder anders gesagt: hier ist unsere Tankstelle. An die Checkup-Station schließt sich die Waschhalle an, genauer gesagt unsere Portalwaschanlage. Aber vorher stehen die Checks an, denn der erste Blick der Kolleg*innen geht immer auf die Technik der Wagen.
Wir betanken die Busse nicht nur, sondern schauen uns die Fahrzeuge gründlich an, damit sie am nächsten Tag störungsfrei starten können.
Was braucht der Bus?
So wird zum Beispiel gecheckt, ob es Auffälligkeiten im Bereich der Räder gibt. Mehrmals in der Woche wird der Stand des Öls und des Kühlwassers überprüft. Der Check-up bevor die Busse schlafen gehen, sorgt dafür, dass Vassilios Arbeit abwechslungsreich bleibt: Gemacht wird, was der einzelne Bus gerade braucht, um einsatzfähig zu bleiben, zum Beispiel Ventile am Motor einstellen, Bremsklötze ersetzen, Türen entstören oder Räder wechseln.
Neben ihren eigenen Prüfungen am Fahrzeug, werden auch die Meldungen bearbeitet, die vom Fahrdienst zum Wagen abgegeben wurden. Durch die digitale Technik, die wir dabei inzwischen einsetzen, wissen die Werkstatt-Kolleg*innen bereits bevor der Bus vor ihnen steht, wenn zum Beispiel ein defekter Ticketdrucker ausgetauscht werden muss. Das hilft natürlich, wenn es darum geht, die notwendigen Teile für Reparaturen bereitzulegen.
Wagenwäsche inklusive
Wenn das Fahrzeug soweit einsatzfähig ist, geht es endlich ins Waschportal. Hier werden die Busse nach Bedarf von außen gereinigt. Wenn die Witterung es nötig macht, müssen sie täglich durch die Waschanlage. Ebenfalls täglich werden die Innenräume der Busse gereinigt. Dafür sind aber nicht Vassilios und seine Kolleg*innen zuständig, das machen Mitarbeitende eines Dienstleisters für uns. Durch die regelmäßige Wagenwäsche sorgt unser Team Fahrzeugbereitstellung dafür, dass unsere Busse einen sauberen Eindruck bei unseren Fahrgästen hinterlassen. Und ein sauberes Fahrzeug gibt immer auch ein besseres Fahrerlebnis.
Dritte Hand gebraucht?
Vieles, was nötig ist, um die sichere Funktion unserer Busse zu gewährleisten, kann Vassilios alleine erledigen. Für alles andere gibt es Teamwork: „Immer, wenn ich eine dritte Hand für die Arbeit brauche, ist ein Kollege da.“
Zusammenarbeit gibt es aber nicht nur in der eigenen Schicht. Auch die Kolleg*innen, die sich tagsüber um größere Reparaturen und regelmäßige Wartung der Fahrzeuge kümmern, werden, wenn es möglich ist, unterstützt. Das passiert in Zeiten, in der nicht Dutzende von Bussen darauf warten, vor der Abstellung noch einmal unter die Lupe genommen zu werden. Dann arbeiten Vassilios und seine Kolleg*innen auch schon einmal anstehende Wartungen ab, um so das Instandhaltungsteam zu entlasten.
Für mich sind alle Kolleg*innen hier auch Teil der Familie. Schön ist dabei, wie wir als Kolleg*innen, die schon länger dabei sind, mit den jungen zusammenarbeiten.
Vassilios am Steuer
Langweilig wird es Vassilios bei uns in der Buswerkstatt also auf jeden Fall nicht. Auch bei einer großen Weiterentwicklung bei unseren Bussen ist er mit dabei. Seit 2020 gib es bei uns die ersten E-Busse und seitdem achtet er darauf, dass die Batteriebusse, wenn sie durchgescheckt sind, an eine Position auf dem Betriebshof kommen, wo sie aufgeladen werden können. Vassilios erläutert: „Ich schaue, ob es zukünftig weitere Lehrgänge zur Arbeit an Batteriebussen gibt. Denn, wenn man die gemacht hat, kann man noch mehr selbst an den E-Bussen machen.“
Das Schrauben an unseren Bussen ist für Vassilios das, was er hauptsächlich für die Fahrgäste macht. Dank Busführerschein kann er aber auch selbst mit „seinen“ Bussen unterwegs sein. „Meistens unterstütze ich die Kolleg*innen, wenn es Straßenbahnersatzverkehr gibt“, erklärt er
Ob in der Werkstatt oder am Steuer: Immer mit dabei am Schlüsselbund ein kleiner Busanhänger. Zusammen mit ihm wird er sich noch um ganz viele „große“ Busse kümmern, sie zuerst ins Bett und am nächsten Morgen wieder sicher auf Strecke schicken.















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