Die Standortreise geht weiter

Mehr als hundert Jahre unterwegs

In diesem Jahr feiern wir 130 Jahre BOGESTRA und anlässlich unseres Jubiläumsjahres wollen wir euch in diesem Jahr ein paar mehr historische Einblicke als gewohnt liefern. Freut euch auf Schlaglichter aus 130 Jahren BOGESTRA, die wir zusammen mit unseren Gastautor*innen für euch aufbereiten. Heute gibt es die Fortsetzung der Standortreise, auf die uns Autor und VhAG-Mitglied Andreas mitgenommen hat. Los geht es kurz nach der Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert).

Ein Logo mit dem Schriftzug "Wir feiern 130 Jahre BOGESTRA" in Rot- und Blautönen.

Betriebshof Weitmar

Der Straßenbahnbetriebshof Weitmar entstand 1901 an der Hattinger Straße hinter der Einmündung der Wasserstraße und neben den Gleisen der Staatsbahn von Weitmar nach Dahlhausen, heute ein Radweg. Er war notwendig für die Weiterführung der bereits seit 1898 betriebenen Strecke von Bochum nach Weitmar Richtung Hattingen und Dahlhausen. Auch hier entstand ein eigenes Kraftwerk. Der Betriebshof wurde zeitweise auch als Straßenbahn-Hauptwerkstatt genutzt. Auf dem Gelände entstand zwischen 1968 und 1976 der neue Busbetriebshof Weitmar. Zu seinen Gunsten wurde der Betriebshof in Altenbochum aufgegeben.

Betriebshof Gerthe

1908 entstand in Gerthe-Hiltrop für die Kleinbahn Bochum-Gerthe-Harpen, später Westfälische Straßenbahn, ein Betriebshof mit Verwaltungsgebäude. Mehrmals erweitert stehen die Gebäude heute noch in der Nähe der Haltestelle Punges Feld. Heute wird das Gelände gewerblich genutzt. 

Betriebshof Welper

1914 entstand in Welper ein Betriebshof für die neue Linie von Hattingen nach Blankenstein. Betrieben wurde der Betriebshof und auch die Strecke von der BOGESTRA im Auftrag der Hattinger Kreisbahn. Nach dem Erwerb der Strecke und der Triebwagen durch die BOGESTRA in den 1930er Jahren wurde der Betrieb von Bochum aus geführt. Der Betriebshof selbst wurde anschließend von der Kraftwagengesellschaft Ruhr-Wupper mbH für deren Busse genutzt, die das Gelände vom Ennepe-Ruhr-Kreis gemietet hatte. 1945 wurde der Betriebshof durch einen Bombenangriff zerstört.

Betriebshof Wiemelhauser Straße (Universitätsstraße)

1928 eröffnete die BOGESTRA ihren neuen zentralen Betriebshof mitsamt der Hauptverwaltung in Bochum an der Wiemelhauser Straße, heute Universitätsstraße. Die Hauptverwaltung war seit 1901 zunächst an der Herner Straße in der Nähe des damaligen Betriebshofs. Mit dem Einstieg von Hugo Stinnes in die Aktien der BOGESTRA wurde sie nach Essen verlegt und mit der der Essener Straßenbahn zusammengelegt. Der neue Betriebshof sollte die Betriebsführung vereinfachen, aber auch die ungenügende Situation des Betriebshofs an der Herner Straße beenden. Durch die Inbetriebnahme der West-Ost Tunnelstrecke unter der Bochumer Innenstadt musste die Wagenhalle 2006 aufgegeben werden. Sie wurde 2007 abgerissen. Die Hauptverwaltung wurde schon 1984 durch einen Erweiterungsbau zur Oskar-Hoffmann-Straße hin ergänzt. Nach dem Abriss der Wagenhalle konnte ein neuer Erweiterungsbau angegangen werden, der 2012 in Betrieb genommen wurde. Gleichzeitig wurde der Eingangsbereich zur Universitätsstraße hin umgestaltet. Hinter der Verwaltung entstand ein Parkplatz, von dem man auf die farbig gestaltete Fassade des Anbaus blicken kann.

Bauhof Hamme

1940 erwarb die BOGESTRA In Hamme an der Freudenbergstraße ein Kippgelände, das bis zum Herbst 1944 zum Baulager ausgebaut wurde. Für die vielen anzuliefernden Materialien bestand ein Gleisanschluss an die Strecke der Zeche Hannibal an der Riemker Straße. 1951 erhielt das Gelände einen eigenen Gleisanschluss ausgehend vom Schlachthof. Ebenso wurde das Gelände für die Gleisbauzwecke umgestaltet und alle im Gleisbau beschäftigten Mitarbeiter, die bis dahin im Betriebsgebiet verteilt arbeiteten, nach dort versetzt. Es entstanden so Gebäude für Sozialräume und Werkstätten. Mit Inbetriebnahme des Betriebshofs Engelsburg wurden die Anlagen dort aufgegeben.

Standort Wittener Straße 100

1960 wurde an der Wittener Straße 100 die zentrale Omnibuswerkstatt eingeweiht. Die Gebäude wurden von der in Konkurs gegangenen Omnibusfabrik von Lienen übernommen. 1970 wurde das Gelände nochmals umgestaltet. Zuletzt waren hier die Sonderfahrzeuge stationiert. Nach dem Umzug der Abteilung zum Betriebshof Engelsburg wurden die Gebäude 2007 abgerissen. Heute befinden sich im hinteren Bereich des Geländes Einfamilienhäuser, zur Straße hin befindet sich ein mehrstöckiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer abgerundeten Fassade zum Kreuzungsbereich hin.

Betriebshof Riemke

Für die neue normalspurige Strecke von Herne nach Bochum musste wegen der neuen Spurweite dieser Linie ein eigener Betriebshof gebaut werden. Dieser entstand auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Constantin II in Hofstede. Da die Gleisanlagen an den Bahnhof Riemke Mitte angeschlossen wurden wurde der Betriebshof Riemke genannt. 1989 ging die Anlage in Betrieb.

Betriebshof Ückendorf

Da der Bus-Betriebshof in Eickel nicht mehr den aktuellen Erfordernissen entsprach und auch nicht erweitert werden konnte, entschied man sich zum Bau eines neuen Busbetriebshofes mit angeschlossener Zentralwerkstatt in Ückendorf,  Am Exterbruch 2. Die Eröffnung fand 1990 statt. Die Bus-Hauptwerkstatt an der Wittener Straße 100 und der Betriebshof in Eickel konnten damit aufgegeben werden.

Betriebshof Engelsburg

Im Sommer 2005 wurde der neue Straßenbahn-Betriebshof an der Ecke der Essener- und der Engelsburger Straße in Betrieb genommen. Er nahm nicht nur die Straßenbahnen auf, sondern ersetzte die Hauptwerkstatt in Gerthe, den Bauhof in Hamme und den technischen Betrieb an der Wittener Straße 100.

E-Bus-Zukunft

Für die in den nächsten Jahren in den Betrieb einzusetzenden Elektrobusse ist eine veränderte Betriebssituation in den Werkstätten und Abstellanlagen nötig. Der Betriebshof Ückendorf wird schon für den zunehmenden Einsatz von E-Bussen umgestaltet. In Bochum wird ein neuer Standort speziell gebaut und dann der Betriebshof Weitmar aufgegeben.

Danke Andreas für die Rundreise durch Orte und Geschichte unserer Standorte. Nicht alle der ehemaligen Betriebshöfe hat man heute noch auf dem Schirm. Daher ist es schön, dass wir auch sie kennenlernen konnten. Wir freuen uns auf deinen nächsten Beitrag.

Fotos: BOGESTRA Fotosammlung, Stadtarchiv Bochum, Stadtarchiv Gelsenkirchen, Stadtarchiv Herne, Andreas Halwer

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Wir über uns

Foto Werkstatthalle BOGESTRA-Straßenbahnbetrieb Engelsburg

Rund 2400 Menschen sorgen bei der BOGESTRA an 365 Tagen im Jahr für Mobilität im Herzen des Ruhrgebiets. Mit ca. 400 Fahrzeugen sind wir städteübergreifend unterwegs. Von früh am Morgen bis spät in die Nacht bieten wir attraktive Verbindungen für unsere Fahrgäste und sorgen für den Pulsschlag der Region.

Autor

Gast

Juli 29, 2026

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