Ein Tag mit der Verkehrssteuerung
Es ist wieder so ein Montagmorgen: Bewölkt, trist, kühl und eigentlich ist sieben Uhr noch viel zu früh für Action. Aber heute holt uns Alex an der BOGESTRA-Hauptverwaltung ab. Mit dabei hat er einen ziemlich coolen Dienstwagen vollgepackt mit einer Menge nützlichem Kram. Dazu wird er uns später noch mehr erzählen. Erstmal klingelt sein Telefon und wir müssen ganz schnell los.
Eine verfahrene Situation
Alex ist Verkehrsmeister und heute im Außendienst tätig. Während seine Kolleg*innen aus der Leitstelle heraus unseren Betrieb im Blick behalten und viel koordinieren, muss er raus, wenn es brenzlig wird – oder so wie heute: schon brenzlig geworden ist. Wir fahren nämlich zum ZOB am Bochumer Hauptbahnhof. Dort hat sich eine Kollegin mit einem Gelenkbus festgefahren. Der Grund: Der Bus vor ihr hatte eine Panne und fürs Vorbeifahren war alles viel zu eng. Das Ende vom Lied: Der Knickschutz am Gelenk hat sich aktiviert, weil der Bus zu stark in der Kurve steht und nun gibt es kein Vor und kein Zurück mehr.
Alex kommt genau im richtigen Moment und ist direkt im Lösungsmodus. Zuerst navigiert er die restlichen Busse verkehrssicher über den Bordstein aus dem ZOB raus auf die Straße. Gleichzeitig schildert er der Leitstelle die Situation und stellt damit sicher, dass keine weiteren Busse den ZOB befahren. Dann sind die festgefahrene Kollegin und der Pannenbus dran. Alex ist Pannenhelfer, Mini-Werkstatt und Verkehrslenker zugleich. Noch dazu hat er wirklich viel Erfahrung in unserem Betrieb: 2011 hat er die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb angefangen, ist Bus und Bahn gefahren, hat später einige Zeit im KundenCenter und danach in unserem Dialogteam gearbeitet, bevor er 2020 die Weiterbildung zum Verkehrsmeister angefangen hat. Alex kennt sowohl die Perspektive unserer Fahrgäste als auch die unserer Fahrer*innen.
Das hilft mir in meinem Job sehr weiter. Ich weiß, was für beide Seiten wichtig ist und kann entsprechend reagieren.
Die To-Do-Liste
Nachdem sich Alex davon überzeugt hat, dass nun alle Busse gut an dem Pannenfahrzeug vorbeikommen, geht es für uns auf den Weg nach Herdecke. Hier erwartet uns eine Aufgabe aus Alex‘ To-Do-Liste für heute: Die Aufhebung einer Umleitung. In seiner Schicht ist Alex die ganze Zeit in Rufbereitschaft. Das heißt, wenn in seinem Gebiet, das ist heute Bochum-Ost und der Ennepe-Ruhr-Kreis, etwas passiert, bei dem ein Verkehrsmeister gebraucht wird, lässt er alles stehen und liegen und fährt dorthin. Das kommt immer vor, wenn unser Betrieb nicht so läuft wie geplant, zum Beispiel bei Unfällen, Pannen oder eben, wenn sich ein*e Kolleg*in mit dem Bus festgefahren hat. Weil Alex nie weiß, was ihn in seiner Schicht erwartet, hat er immer auch eine To-Do-Liste mit Aufgaben dabei, die er abarbeitet, wenn er gerade nicht dringend gebraucht wird. Dann fährt er zum Beispiel auch mal Strecken ab, inspiziert eine Haltestelle, hat ein gezieltes Auge darauf, ob unsere Kolleg*innen verantwortungsvoll fahren oder hebt – wie zum Beispiel heute – eine Umleitung auf.
Alles nach Plan in Herdecke
Denn in Herdecke war das Frühlingsfest und unsere Busse mussten Umleitungen fahren. Dazu haben Alex‘ Kolleg*innen in der Nacht vor dem Start Schilder an der Strecke angebracht, damit sich unsere Fahrer*innen nicht verfahren, und Abdeckungen über die Haltestellenschilder gemacht, damit unsere Fahrgäste über die Haltestellenaufhebung informiert sind. Jetzt macht Alex alles wieder rückgängig. Dafür fährt er jedes Schild und jede betroffene Haltestelle ab: Eine ganz schöne Fleißarbeit. Zum Schluss gibt’s noch ein kurzes Telefonat mit der Leitstelle: Die Umleitung ist aufgehoben. Erst jetzt fahren die Busse wieder die gewohnte Strecke. Die Herdecker freut‘s. Das machen Alex und seine Kolleg*innen bei jeder Umleitung, die wir in unserem Betriebsgebiet einrichten – meistens aber in der Nachtschicht. Denn wie viele andere bei uns arbeiten die Verkehrsmeister*innen im Drei-Schicht-Betrieb. Das heißt, rund um die Uhr ist jemand unterwegs. Für Alex ist die Schichtarbeit ein spannender Aspekt an seinem Job:
Jede Schicht ist einfach anders. Nachts kann man zum Beispiel oft Dinge machen, die man sonst nicht schafft. Das ist eine gute Zeit für die To-Do-Liste. In den anderen Schichten ist oft mehr los, weil die Leute zur Arbeit oder nach Hause fahren und viel mehr Verkehr ist. Das ist auch sehr spannend.
Erste Hilfe für Bus und Bahn
Als wir in Langendreer ankommen, wird klar: Es gab einen technischen Fehler. Der ist bereits behoben, aber jemand muss in dem Unterwerk vor Ort die Anlage neu starten. Alex übernimmt den Job und zeigt uns, dass er nicht nur so einiges über unsere Strecken und Fahrzeuge weiß, sondern auch bei unseren Anlagen erste Hilfe leisten kann. Und nach so einem ganzen Tag mit Alex stellen wir fest, dass Ersthelfer eigentlich ein guter Begriff ist. Er und seine Kolleg*innen leisten jeden Tag erste Hilfe auf ganz vielen Ebenen. Sie sind meist als erstes vor Ort, treffen eine Ersteinschätzung der Situation und leiten erste Maßnahmen ein. Gleichzeitig sind es auch diejenigen, die bei kleinen Problemen schnelle Abhilfe leisten können. Sie schwirren durch unser Betriebsgebiet und behalten ein Auge drauf – Tag und Nacht.















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