Mein Hobby Bus und Bahn

Unser Kollege Sven lehnt an der Wand seines Büros. Hinter ihm sind viele alte Liniennetzpläne.

Wenn die Arbeit mit nach Hause kommt

Wie ihr wisst, dreht sich alles bei uns um Bus und Bahn. Wir geben täglich alles, damit ihr gut an euer Ziel kommt. Aber: ÖPNV ist bekanntlich Teamsache und nach 39 Stunden in einer Woche gehen die meisten unserer Kolleg*innen in ihre wohlverdiente Freizeit über – abseits von Bus und Bahn. Aber manche von ihnen nehmen ihre Arbeit gern auch mal mit nach Hause. Denn sie beschäftigen sich auch in ihrer Freizeit mit Bus und/oder Bahn. Wir haben sie getroffen und mit ihnen über ihr Hobby gesprochen.

Eine Frage des Systems

Bei Sven kann man gar nicht genau sagen, ob er seine Arbeit mit nach Hause oder sein Hobby mit zur Arbeit gebracht hat. Denn schon seit seiner Jugend interessiert er sich dafür, wie alles zusammenhängt bei Bus und Bahn.

Unser Kollege Sven sitzt an seinem Schreibtisch. In der Hand hält er sein Buch "Die Hattinger Kreisbahnen".

Wenn ich als Kind an der Schule den Bus verpasst hatte, konnte ich eine bestimmte Straßenbahn nehmen, mit der ich meinen Bus ein paar Haltestellen später wieder eingeholt hatte. Das fand ich damals schon faszinierend, dass das in diesem System so vorgesehen war.

Diese Faszination hat ihn ein Leben lang begleitet – zunächst beruflich und dann auch privat. Denn nach seinem Schulabschluss studierte Sven zunächst Raumplanung dann Verkehrstechnik. Und weil das zu einer Zeit war, in der es in NRW Studiengebühren gab, entschied er sich, neben dem Studium bei uns als Straßenbahnfahrer zu arbeiten. Nach seinem Studium managte Sven zunächst den Bereich Ampeln und Signale, nutzte nach zwei Jahren aber die Gelegenheit, in die Fahrplanung zu wechseln. Und hier sitzt Sven nun direkt am Herzen unseres Netzes: Minutenscharf prüfen er und seine Kolleg*innen, ob unsere Busse und Bahnen den Fahrplan einhalten können, nimmt, wenn nötig, Fahrplananpassungen vor und guckt, ob geplante Anschlüsse weiterhin erreicht werden können.

Historische Liniennetzpläne. Im Fokus: Der BOGESTRA-Liniennetzplan von 1977/78.

Faszinierend historisch

Dabei sind Sven und seine Kolleg*innen immer schon einige Monate weiter als alle anderen, denn unser Fahrbetrieb muss rechtzeitig wissen, welche Fahrplananpassungen Baustellen, Veranstaltungen oder andere Verkehrsveränderungen gegebenenfalls nach sich ziehen. Aber sich nur dienstlich mit Fahrplänen zu beschäftigen, das wäre Sven zu langweilig. Denn auch privat sind Fahrpläne bei ihm hoch im Kurs, dann aber bitte historisch.

Nachdruck eines historischen Planes mit Straßenverzeichnissen und Straßenbahnstrecken von 1921.

Denn in seiner Freizeit sucht Sven unter anderem nach historischen Fahr- und Netzplänen, restauriert sie und bringt sie in seinem eigenen Verlag neu heraus: „Die Recherche zu historischen Verkehrssystemen fand ich selbst spannend und als ich dann so ein altes Fahrplanbuch mal rekonstruiert hatte, da dachte ich: Vielleicht interessiert das ja noch jemanden außer mich?“ Angefangen hat alles übrigens mit einem Buch und mit Recherchen über das historische Verkehrssystem der BOGESTRA: „Aber bei so einer großen Recherche entdeckt man so viele Nebenthemen, zum Beispiel die ehemalige Hattinger Straßenbahn, die es auch wert sind, erzählt zu werden. Deshalb habe ich schon das ein oder andere Buch veröffentlicht. Zu dem über die BOGESTRA bin ich aber noch nicht gekommen – da gibt es noch so einige ungeklärte Fragen“, erzählt uns Sven lachend.

Unser Kollege Sven sitzt an seinem Schreibtisch. In der Hand hält er sein Buch "Die Hattinger Kreisbahnen".

Ein Geburtstagsgruß

So wurden aus einem Buch nach und nach mehrere und aus mehreren Büchern ein ganzer Verlag. Svens Thema: Die Geschichte des Nahverkehrs vor seiner Haustür und darüber hinaus. Besonders interessant sind für ihn dabei Straßenbahnen, aber Busse gehören eben auch dazu. Da ist es kein Wunder, dass er sich auch zu einem besonderen Geburtstag etwas einfallen lassen hat: Der M-Wagen wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und Sven gratuliert dieser beliebten Fahrzeugreihe mit einem Buch über ihre Geschichte. Wir freuen uns, schon bald wieder etwas Neues von ihm zu lesen.

Unser Kollege Sven an seinem Büroarbeitsplatz.

Unser Kollege Sven nutzt seine Zeit nach der Arbeit um in Archiven zu recherchieren, einen eigenen Verlag aufzubauen – und natürlich, um Bücher zu schreiben. Für diesen Einsatz in seiner Freizeit zollen wir Sven auf jeden Fall gehörigen Respekt. Gleichzeitig freuen wir uns, dass Bus und Bahn einige unserer Kolleg*innen eben nicht nur auf der Arbeit beschäftigen. In den nächsten Monaten wollen wir euch an dieser Stelle noch mehr von ihnen vorstellen. Bleibt gespannt!

Fotos: BOGESTRA/Wiciok

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Wir über uns

Foto Werkstatthalle BOGESTRA-Straßenbahnbetrieb Engelsburg

Rund 2400 Menschen sorgen bei der BOGESTRA an 365 Tagen im Jahr für Mobilität im Herzen des Ruhrgebiets. Mit ca. 400 Fahrzeugen sind wir städteübergreifend unterwegs. Von früh am Morgen bis spät in die Nacht bieten wir attraktive Verbindungen für unsere Fahrgäste und sorgen für den Pulsschlag der Region.

Autor

Imke

Juni 11, 2026

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